Ethereum 2.0 am Ende

Während die beiden großen Kryptowährungen Ethereum und Bitcoin in den letzten Jahren immer negativer aufgefallen sind, vor allem aufgrund ihres extremen Stromhungers, hatten sich die Macher von Ethereum in den letzten Jahren intensiv damit beschäftigt eine energieeffizientere Währung zu gestalten. Mit Ethereum 2.0 wollte man eine Währung erschaffen die mehr als 99% weniger Energie verbraucht hätte, doch sind die Entwickler offenbar auf Probleme gestoßen, die sich so leicht nicht beheben lassen. Aktuell sieht es so aus als wäre Ethereum 2.0 in der derzeitigen Form komplett gestorben.

Bereits seit 2015 lief die Entwicklung eines Proof-of-Stake Verfahrens, bei dem die „Miner“ keine rechenintensiven Grafikkarten mehr benötigen würden, sondern einen besonders großen Anteil an der Kryptowährung selbst besitzen müssen, um für die Verarbeitung ausgewählt zu werden. Hierbei sollte es im späteren Verlauf zu einer Zusammenführung beider Verfahren kommen um sicherzustellen das die Blockchain nicht manipulierbar sei. Bereits 2020 wurde aus diesem Grund die Beacon Chain ins Leben gerufen, die in einem späteren Schritt als Basis für Ethereum 2.0 dienen sollte. Doch es scheitert am Schluss an der skalierbarkeit, bzw. der Umsetzung.

Wie der Mitgründer von Ethereum Vitalik Buterin jetzt bekanntgegeben hat: „Die Vorhersagen von 2015, wann wir PoS und Sharding bekommen werden, waren, ehrlich gesagt, ganz schön daneben, worüber ich selbst nur noch lachen kann.“ Das große Problem sei aber nicht die Umsetzbarkeit, sondern viel mehr die Zeit die benötigt würde um diese Umsetzung so hin zu bekommen das sie in globalem Maße funktionieren würde und dabei sicher bleibt. Wie dem Blogbeitrag zu entnehmen war, den Buterin, auf dem offiziellen Kanal von Ethereum gepostet hat, gab es auch viele andere Probleme, vor allem aber Verständnisprobleme.

Wenn Jemand von Eth-2 und Eth-1 höre, so würden viele Nutzer daran glauben das Eth-1 zuerst da war und von Eth-2 abgelöst werden würde, wenn es erst einmal fertig sei. Diese Fehlinterpretation habe es sehr oft gegeben, weshalb man nun auch die komplette Terminologie Eth-2 verzichten will. In Zukunft soll die Bezeichnung der verschiedenen Praktiken bzw. Systeme umbenannt werden. Eth-1 soll zum Execution Layer werden, der Ausführungsschicht und Eth-2 zum Consensus Layer, der Konsensschicht.

Während Bezeichnungen wie Bitcoin Bank oder Ethereum Bank sicherlich eindeutig sind, gibt es um Ethereum 2.0 viele Unverständlichkeiten, die zu Problemen führten und vor allem zum Vertrauensverlust in die Währung. Das ist natürlich ein gewaltiges Problem, denn gerade die Neuentwicklung einer solchen Währung, die vor allem nachhaltiger sein soll, ist kein Kinderspiel und sicherlich nicht innerhalb einer kurzen Zeit zu erledigen, doch die Tatsache das eine, tatsächlich skalierbare, Lösung praktisch noch viele Jahre entfernt liegen soll, ist in einer schnelllebigen Zeit wie der heutigen natürlich absolut nicht sinnvoll.

Wie die Entwickler jetzt bekannt gegeben haben möchte man sich allerdings nicht aus dem Projekt verabschieden, sondern die Entwicklung mit Roll-Ups, also mit einzelnen Technologischen Updates, nach und nach einführen. Das bedeutet das wir vielleicht noch in diesem Jahr mit einer Verschmelzung von Eth-1 und Eth-2 rechnen dürfen. Damit würde das Proof-of-Stake Verfahren zumindest teilweise in der Lage sein, den Stromverbrauch mit der Zeit zu senken. Die „alte“ Währung bzw. Blockchain würde dabei in die neue Technologie komplett übernommen und würde in der neuen Technik als Shard0 dienen, also im Prinzip genauso behandelt wie die übrigen Plattformen, die an der Verarbeitung beteiligt sind, von denen es aber noch nicht genug gibt.

Wir werden abwarten müssen wie sich diese Sache nun entwickelt und vor allem wie groß der Effekt am Ende wirklich sein wird. Offenbar liegen ja noch einige Jahre an Arbeit vor den Entwicklern von Ethereum, was, vor allem nach dieser Meldung, auch den Ethereum Kurs in den letzten Tagen massiv nach unten korrigiert hat. Fraglich ist nur wie weit Ethereum jetzt sinken kann. Einige Kollegen berichten hier bereits von der Möglichkeit eines Kursverlustes Jenseits der 50% Marke. Ob sich der Kurs dann allerdings zeitnah wieder erholen kann ist eine Frage die auf einem anderen Blatt geschrieben steht.

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