Was ist mit Ethereum 2.0 los?

Die Kryptowelt hatte aufgeatmet. Mit einer neuen Verarbeitungstechnik und damit einer massiven Stromeinsparung von immerhin mehr als 98% wollten die Macher der Kryptowährung Ethereum ein neues Zeitalter einläuten. Die ersten Versuche sahen auch gut aus und eigentlich hätte, laut offiziellen Informationen, das Release der erneuerten Währung noch in diesem Jahr von Statten gehen sollen. Doch vor einigen Wochen ging es durch die Presse: Ethereum 2.0 ist tot.

Was leider viele für eine neue Kryptowährung gehalten haben, war eigentlich ein Update der bestehenden Währung Ethereum. Durch die Änderung des eigentlich Verarbeitungsverfahrens, das derzeit auf Rechenleistung basiert, hin zu einem komplett anderen System, bei dem das zur Verfügung gestellte Vermögen zählt, wäre die Nutzung gewaltiger Miningfarmen obsolet geworden.

Während alleine das Etherum Netzwerk derzeit so viel Strom verbraucht wie fünf moderne europäische Kernkraftwerke erzeugen können, wäre das ein Schritt in die richtige Richtung gewesen. Doch wie Macher von Ethereum in ihrem offiziellen Blog berichteten waren die bisher gesetzten Ziele für die Umstellung, rückblickend komplett blauäugig gesetzt.

Das Problem an der Sache ist, das die neue Verarbeitungsmethode zwar funktioniert und auch effizient ist, genauso kann sie ohne große Probleme ins vorhandene Netzwerk eingebaut werden und theoretisch könnte die stromsparende Alternative bereits morgen an den Start gehen, jedoch ist die Methode nicht sicher genug. Im kleinen Rahmen ist es wohl kein Problem das System laufen zu lassen. Es bleibt stabil, sicher und überschaubar, aber eine Kryptowährung darf ja nicht nur in einem Gebäude oder einer Stadt funktionieren sondern muss auf globaler Ebene funktionsfähig, schnell und vor allem sicher sein. All das funktioniert wohl im kleinen Maßstab ohne Probleme, aber die Skalierbarkeit ist wohl nicht im Ansatz gegeben. Ethereum 2.0 auf dem aktuellen Entwicklungsstand verliert massiv an Sicherheit wenn es groß skaliert wird.

Das proof-of-Stake Verfahren ist dabei nicht einmal neu, sondern orientiert sich daran, wie Kryptohändler ihr Geschäft betreiben. Das wichtigste beim Handel von Kryptowährungen ist nämlich ein zuverlässiges und vor allem schnell reagierendes System, damit Gewinne mitgenommen und Verluste vermieden werden können. Nutzt man dann noch eine Handy-App wie Bitcoin Buyer ist man darauf angewiesen das ein Trade weder große Kryptografieaufgaben noch eine hohe Datenmenge erzeugen. Hier muss alles Reibungslos funktionieren und das wird auf eine ganze einfache Methode erreicht.

Jeder Kunde, der bei einem Kryptohändler kauft und verkauft erhält zwar Gutschriften, in der Höhe seiner gekauften Kryptos, jedoch ist er erst dann Besitzer dieser Münzen wenn sie ausgezahlt worden sind. In der Zwischenzeit lagert der Händler die Bitcoin, Ethereum, Dogecoin oder welche Währung auch sonst, auf seinen eigenen Konten und schreibt die Trades lediglich entsprechend ihres Wertes den Konten seiner Mitglieder gut. Ähnlich schnell und Effizient funktioniert auch das System von Ethereum 2.0.

Mit der Methode mit der Händler es sich und ihren Kunden ersparen bei jedem trade Gebühren von mehreren Euro zu zahlen, sollte auch Ethereum schneller und vor allem energieeffizienter werden. Doch mit zunehmender Größe des Netzwerk wird es leider derzeit noch immer vorhersehbarer wer, wann, welchen Block verarbeiten wird. Damit lassen sich dann entsprechende Fälschungen und Änderungen im System leichter einpflegen und diese werden dann sogar noch verifiziert, da man ja voraussagen kann wer den gefälschten Block, der Blockchain verifizieren wird.

Das ist auf globaler Ebene natürlich nicht durchsetzbar und aus diesem Grund wird Ethereum weiterhin mit der klassischen Methode verarbeitet werden, bis diese Problematik behoben wird. Allerdings ist Ethereum 2.0 damit noch nicht komplett aus der Welt, denn das proof-of-Stake Verfahren wird dennoch eingeführt, allerdings erst einmal parallel zum klassischen Proof-of-Work Verfahren. Beide verfahren verschmelzen zu einem Gesamtbild, in dem das Proof-of-Work verfahren sozusagen, in seiner Gesamtheit, als einzelner Verarbeitungsknoten des neuen Systems konfiguriert wird. Damit wird das Proof-of-Stake Verfahren zum Consenuss Layer und das Proof-of-Work Verfahren zum Execution Layer. Das bedeutet das klassische Verfahren wird weiterhin alle Operationen im Ethereum Netzwerk durchführen während das neue Verfahren zur Verwaltung eingesetzt wird. Auf Dauer soll Ethereum aber weiterhin komplett auf das Proof-of-Stake Verfahren umgestellt werden, denn das ist das langfristige Ziel. Allerdings nicht mehr unter dem Namen Ethereum 2.0. Die Namensänderung ist aber alles was am eigentlichen Ziel geändert worden ist, außer natürlich dem Zeitplan. Das Proof-of-Stake Verfahren kann dank der neuen Organisation weitaus schneller eingeführt werden, übernimmt aber nur einen kleinen Teil der Aufgaben, damit es mit der zeit selbst durch verschiedenste kleine Updates weiter wachsen kann.

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