In vielen Unternehmen wächst die IT über Jahre hinweg: Ein Server übernimmt die Warenwirtschaft, ein weiterer speichert Dateien und ein dritter betreibt die interne Datenbank. Jede neue Anwendung erhält eigene Hardware. Irgendwann stehen mehrere ältere Geräte im Serverraum, obwohl sie einzeln nur einen kleinen Teil ihrer Leistung nutzen.
Serverkonsolidierung bedeutet, mehrere solcher Systeme auf einer leistungsfähigen Plattform zusammenzuführen. Die Anwendungen laufen dabei in getrennten virtuellen Maschinen. Das kann den Verwaltungsaufwand verringern, Platz sparen und die vorhandenen Ressourcen besser auslasten.
Für eine Virtualisierungsplattform kommen beispielsweise Rack- und Tower-Server der HPE-ProLiant-Reihe infrage. Verschiedene Generationen und Konfigurationen zeigt Servermall unter https://servermall.com/de/sets/hp-proliant-server/. Das Angebot umfasst neue und generalüberholte Systeme, die sich nach Prozessoren, Arbeitsspeicher, Laufwerksschächten und Bauform auswählen lassen.
Was ist Servervirtualisierung?
Bei der Virtualisierung wird ein physischer Server in mehrere logisch getrennte Systeme aufgeteilt. Eine spezielle Software, der sogenannte Hypervisor, verteilt Prozessorleistung, Arbeitsspeicher, Speicherplatz und Netzwerkzugänge auf die virtuellen Maschinen.
Jede virtuelle Maschine verhält sich für die darauf installierte Anwendung wie ein eigenständiger Computer. So können beispielsweise Dateiserver, Warenwirtschaft und Testumgebung auf derselben Hardware laufen, ohne dass alle Programme direkt in einem gemeinsamen Betriebssystem installiert werden müssen.
Wann ist eine Konsolidierung sinnvoll?
Eine Zusammenführung lohnt sich vor allem dann, wenn mehrere bestehende Server nur schwach ausgelastet sind. Typische Hinweise sind:
- mehrere ältere Geräte mit jeweils nur einer Anwendung;
- steigende Kosten für Strom, Kühlung und Wartung;
- fehlender Platz im Serverschrank;
- unterschiedliche Hardwaregenerationen und Ersatzteile;
- hoher Aufwand für Updates und Überwachung;
- neue virtuelle Maschinen werden regelmäßig benötigt;
- Testsysteme sollen von produktiven Anwendungen getrennt werden.
Virtualisierung ist jedoch kein Selbstzweck. Ein einzelner, gut ausgelasteter Server muss nicht ersetzt werden, nur weil eine neuere Plattform verfügbar ist. Entscheidend sind messbare Vorteile für Betrieb, Wartung und Erweiterbarkeit.
Welche Vorteile hat eine gemeinsame Plattform?
Bessere Auslastung: Virtuelle Maschinen teilen sich die vorhandene Rechenleistung. Ressourcen, die eine Anwendung gerade nicht benötigt, können anderen Systemen zur Verfügung stehen.
Einfachere Bereitstellung: Eine neue virtuelle Maschine lässt sich meist schneller einrichten als ein zusätzlicher physischer Server. Das ist praktisch für Projekte, Tests und zeitlich begrenzte Anwendungen.
Klare Trennung: Programme laufen in eigenen Umgebungen. Ein Update oder eine Fehlkonfiguration betrifft dadurch nicht automatisch alle Anwendungen.
Leichtere Erweiterung: Benötigt eine virtuelle Maschine mehr Arbeitsspeicher oder Prozessorkerne, können ihr innerhalb der verfügbaren Kapazität zusätzliche Ressourcen zugewiesen werden.
Zentrale Verwaltung: Status, Auslastung und virtuelle Systeme lassen sich über eine gemeinsame Oberfläche überwachen.
Welche Leistung braucht ein Virtualisierungsserver?
Die benötigte Hardware ergibt sich aus der Summe aller Anwendungen. Vor der Planung sollte das Unternehmen deshalb die tatsächliche Auslastung der bestehenden Server über mehrere Wochen messen.
Besonders wichtig sind vier Bereiche:
- Prozessoren: Anzahl der Kerne, Taktfrequenz und Lastspitzen der Anwendungen;
- Arbeitsspeicher: Bedarf aller virtuellen Maschinen sowie eine Reserve für den Hypervisor;
- Speicher: Kapazität, Geschwindigkeit und gewünschte Ausfallsicherheit der Laufwerke;
- Netzwerk: Datenverkehr zwischen Benutzern, virtuellen Maschinen, Backups und externen Speichern.
Zu knapp bemessener Arbeitsspeicher ist eine häufige Ursache für schlechte Leistung. Ebenso kann ein langsames Speichersystem den gesamten Server ausbremsen, obwohl die Prozessoren kaum ausgelastet sind.
Warum eignen sich HPE-ProLiant-Server für Virtualisierung?
HPE ProLiant ist eine Familie professioneller x86-Server. Für kleinere Standorte gibt es Tower-Systeme der ML-Reihe. DL-Modelle werden in ein Rack eingebaut und eignen sich für kompaktere sowie umfangreichere Serverumgebungen.
Je nach Modell lassen sich mehrere Prozessoren, große Mengen ECC-Arbeitsspeicher, verschiedene RAID-Controller und redundante Netzteile einsetzen. Über HPE iLO kann die Hardware zudem aus der Ferne überwacht und verwaltet werden – auch wenn das installierte Betriebssystem nicht erreichbar ist.
Welche Generation sinnvoll ist, hängt von Budget, Softwareanforderungen und geplantem Nutzungszeitraum ab. Für manche Projekte ist ein neues System mit aktueller Plattform richtig. In anderen Fällen kann ein geprüftes, generalüberholtes Gerät wirtschaftlich ausreichend sein.
Ein großer Server oder mehrere kleinere Hosts?
Ein einzelner leistungsfähiger Host ist einfach zu verwalten und kann für weniger kritische Anwendungen genügen. Fällt er aus, stehen jedoch alle darauf betriebenen virtuellen Maschinen gleichzeitig still.
Bei geschäftskritischen Systemen werden deshalb häufig zwei oder mehr Virtualisierungshosts eingesetzt. Virtuelle Maschinen können dann auf einen anderen Host verschoben oder dort wiederhergestellt werden. Dafür müssen Netzwerk, Speicher, Software und Backup-Konzept passend geplant sein.
Mehrere Hosts erzeugen zusätzliche Kosten. Die Entscheidung sollte sich daher am akzeptablen Ausfallrisiko orientieren: Wie lange darf die Warenwirtschaft, Datenbank oder Telefonanlage tatsächlich nicht verfügbar sein?
Virtualisierung ersetzt kein Backup
Eine virtuelle Maschine lässt sich bequem kopieren oder verschieben. Trotzdem ist sie keine Datensicherung. Fehlerhafte Updates, Ransomware oder versehentlich gelöschte Daten können auch eine virtuelle Umgebung beschädigen.
Backups sollten getrennt vom Produktivsystem gespeichert und regelmäßig auf Wiederherstellbarkeit geprüft werden. Für wichtige Anwendungen sind außerdem klare Wiederanlaufzeiten festzulegen.
Was ist beim Datenschutz in Deutschland zu beachten?
Durch Serverkonsolidierung werden häufig Daten verschiedener Abteilungen auf gemeinsamer Hardware verarbeitet. Zugriffsrechte, Protokollierung und technische Trennung müssen deshalb sauber eingerichtet sein.
Virtualisierung führt nicht automatisch zur DSGVO-Konformität. Verantwortliche sollten unter anderem prüfen, welche personenbezogenen Daten verarbeitet werden, wer darauf zugreifen darf, wie lange sie gespeichert bleiben und wie Backups geschützt werden.
So lässt sich die Konsolidierung vorbereiten
- Alle vorhandenen Server und Anwendungen erfassen.
- CPU-, RAM-, Speicher- und Netzwerkauslastung messen.
- Abhängigkeiten zwischen den Anwendungen dokumentieren.
- Verfügbarkeits- und Datenschutzanforderungen festlegen.
- Kapazität mit einer realistischen Wachstumsreserve berechnen.
- Hypervisor, Lizenzen und Backup-Lösung auswählen.
- Zunächst unkritische Anwendungen testweise migrieren.
- Leistung und Wiederherstellung vor dem Produktivstart prüfen.
Häufige Fragen zur Serverkonsolidierung
Wie viele virtuelle Maschinen passen auf einen Server?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Entscheidend sind der Ressourcenbedarf der Anwendungen, die Hardwarekonfiguration und die erwarteten Lastspitzen.
Wird jede Anwendung durch Virtualisierung schneller?
Nein. Virtualisierung verbessert vor allem Flexibilität und Auslastung. Eine Anwendung wird nur dann schneller, wenn ihr ausreichend Prozessorleistung, Arbeitsspeicher und Speicherperformance zur Verfügung stehen.
Kann ältere Software virtualisiert werden?
Oft ja. Vorher müssen jedoch Betriebssystem, Lizenzbedingungen, Hardwareabhängigkeiten und Herstellersupport geprüft werden.
Ist ein generalüberholter Server dafür geeignet?
Für viele typische Unternehmensanwendungen kann ein professionell geprüftes System ausreichen. Zustand, Garantie, Energiebedarf und verfügbare Erweiterungsmöglichkeiten sollten in die Bewertung einfließen.
Welche HPE-ProLiant-Reihe passt zur Virtualisierung?
ML-Modelle können für kleinere Umgebungen ohne Serverrack geeignet sein. DL360 und DL380 werden häufig für rackbasierte Infrastrukturen eingesetzt. Die konkrete Konfiguration richtet sich immer nach den gemessenen Workloads.
Serverkonsolidierung kann eine gewachsene IT-Landschaft übersichtlicher und effizienter machen. Der wichtigste Schritt ist jedoch nicht der Hardwarekauf, sondern die Analyse der vorhandenen Anwendungen. Erst wenn deren Verbrauch, Abhängigkeiten und Ausfallanforderungen bekannt sind, lässt sich eine passende Virtualisierungsplattform dimensionieren.
