Was ist ein Anschlagmittel?

Vorangestellt sei, dass der gemeine Leser beim Lesen der Überschrift sich nicht erschrocken wundern sollte, was hier denn wohl gemeint ist. Nein, bei Anschlagmitteln geht es nicht um Werkzeuge und Hilfsmittel für terroristische Aktionen. Es handelt sich vielmehr um Vorrichtungen zur Befestigung von Lasten an einem Hebezeug. Eine Variante davon ist, platt gesagt, der Kranhaken. Allgemein ist die Aufgabe von Anschlagmitteln das Heben und Sichern von Lasten, wenn diese transportiert werden. Beispiele für Anschlagmittel sind: Ketten, Seile, Hebebänder und Rundschlingen als auch lösbare Verbindungsteile, wie Schäkel.

Ist man als Fachfirma in vielen Industrieanlagen unterwegs und muss schwere Materialien und schwere Werkzeugkisten transportieren, so wird oft der dort vorhandene, fest installierte Maschinenhauskran oder Portalkran zur Verfügung gestellt. Meistens ist auch eine unterwiesene Person vor Ort, die ein solches Hebezeug bedienen darf. Dann kommt es auf die richtige Wahl der Anschlagmittel an, die sowohl auf das Hebezeug als auch auf die Anschlagpunkte der Last anzupassen sind.

Was ist ein Anschlagpunkt?

Der Anschlagpunkt ist eine Öse aus Stahl, welche an das zu transportierende Gut angeschweißt wird oder auch angeschraubt werden kann. Die Wahl der Befestigung des Anschlagpunktes ist abhängig von den aufzunehmenden Lasten und den Kräfteverteilungen über mehrere Anschlagpunkte.

Produktbild eines Anschlagpunktes zum Anschweißen mit einer Tragfähigkeit von 5.300kg
Anschlagpunkt zum Anschweißen mit einer Tragfähigkeit von 5.300kg

Gesetze, Vorschriften und Normen

Es ist üblich, dass die Fachfirmen für Ihren jeweiligen Arbeitsauftrag die Anschlagmittel selbst mitbringen und bereitstellen. Hier gilt es eine Reihe von Vorschriften zu beachten, da von schwebenden Lasten immer eine Gefahr ausgeht.

Das beginnt damit, dass man als Fachfirma entsprechend der Betriebssicherheitsverordnung immer eine passende Risikobeurteilung für die durchzuführenden Arbeiten benötigt. Wer als Firma Anschlagmittel verwendet muss zwingend die vorgegebenen Regeln der Deutschen Gesetzlichen Unfallverhütungsvorschrift DGUV beachten. In diesem Fall handelt es sich um die DGUV 100-500Betreiben von Arbeitsmitteln“.

Gemäß dieser Vorschrift gehören Anschlagmittel nicht zum Hebezeug, sondern stellen die Verbindung zwischen Last und Tragmittel des Hebezeugs her.

Eine verpflichtende Angabe auf Anschlagmitteln ist die Tragfähigkeit in kg. Darüber hinaus müssen alle Anschlagmittel, die in Deutschland verkauft, vertrieben und eingesetzt werden das CE-Zeichen besitzen. Mit dieser Konformitätserstellung erklärt der Hersteller, dass er die geltenden Gesetze, insbesondere das Produktsicherheitsgesetz und die zugehörige Maschinenverordnung (9. ProdSV), bei der Herstellung eingehalten hat. Dabei handelt es sich um die deutsche Umsetzung der EG-Maschinenrichtlinie in deutsches Recht. Weitere wichtige, erwähnenswerte Normen, die im Zusammenhang mit Ketten als Anschlagmittel zu berücksichtigen sind, sind die DIN EN 1677 und die DIN EN 818. Die Verwendung von Ketten zur Ladungssicherung ist ebenfalls gesetzlich geregelt.

Anforderungen im Umgang mit Anschlagmitteln

Aus diesen Gründen kauft man Anschlagmittel vom Fachhändler. Dies gilt auch für alle anderen Mittel der Ladungssicherung. Einmal gekauft, sind vom Anwender weitere Kriterien zu beachten. Das beginnt bei den Anforderungen zur sachgerechten Lagerung und Transport von Anschlagmitteln. Ferner sind die Anschlagmittel, vor jeder Verwendung, einer Sichtprüfung zu unterziehen und dürfen bei erkennbaren Schädigungen nicht eingesetzt werden. Durch eine sachkundige Person müssen alle Anschlagmittel regelmäßig, beispielsweise einmal jährlich, geprüft werden. Diese Prüfung muss, und sollte auch aus Eigeninteresse und Eigenabsicherung, dokumentiert werden. Denn entsteht ein Schaden aufgrund defekter Anschlagmittel, wird man nur so dem Versicherer oder im schlimmsten Fall dem Staatsanwalt nachweisen können, dass man nicht grob fahrlässig gehandelt hat. Auch nach jeglicher Reparatur am Anschlagmittel, ist eine Prüfung durchzuführen und zu dokumentieren. Festgestellte Schäden, die nicht repariert werden können, führen dazu, dass das betreffende Anschlagmittel entsorgt werden muss. Der Fachmann spricht hier davon, dass die Ablegereife erreicht ist.

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