Blick zurück: Frontpage Express – Webseiten wie in den 90ern erstellen

Heute gibt es einen Blick zurück. Auf meinem Dateiserver bin ich über eine alte Software gestoßen. Frontpage Express.

Frontpage Express war die kostenlose Version von Frontpage und wurde Outlook Express in der Namensgebung angelehnt. Es war eine Ergänzung zum Internet Explorer 4 und 5. Dies war Ende der 90er Jahre. Damals war es üblich, neben dem Browser auch einen HTML-Editor mitzuliefern. Viele Anwender erstellten damit ihre privaten Webseiten. Auch der Firefox Vorläufer Netscape Navigator brachte einen HTML-Editor mit. Im SeaMonkey Projekt findet man diese alte Aufteilung weiterhin.

Private Webseiten waren damals der Vorläufer von Facebook und Programme wie Frontpage Express erlaubten eine Erstellung der Webseite auch ohne großartige HTML-Kenntnisse. Um diese kann man aber selten herum.

Die Möglichkeiten von Frontpage Express waren damals bereits sehr eingeschränkt. So konnte man keine Frames erstellen, welche für die feststehende Navigation damals das Mittel der Wahl waren. CSS war noch unbekannt und fand keine Verwendung. Die Formatierungen wurden hart vorgenommen.

Layouts wurde statt mit DIV-Elementen mit Tabellen erstellt. Das war damals kein Problem, die Webseite wurde für eine feste Auflösung optimiert, meist 640×480 Pixel oder 800×600.

Microsoft nutzte Frontpage damals auch, um eigene Funktionen zu pushen. Diese wurden von anderen Browsern nicht unterstützt und konnte nicht dargestellt werden. Bekanntes Beispiel damals war der Lauftext mit dem „marquee“-Tag.

Unsere Homepage sah damals übrigens so aus:

Frontpage-Anwender wurde meist kritisch belächelt, echte Puristen erstellten den HTML-Code von Hand. Was mir damals bereits zu blöd war. Wenn es Tools gab, welche einem Arbeit abgenommen haben, dann habe ich diese verwendet. Erst Frontpage Express, dann Frontpage, Dreamweaver und Adobe GoLive.

Frontpage Express gibt es mittlerweile nicht mehr bei Microsoft zum Download. Man findet Frontpage Express zum Download noch im Internet. Die Software läuft auch unter Windows 10 ohne Probleme. Der praktische Nutzen ist allerdings begrenzt. Für kleine HTML-Seiten kann man es verwenden, aber der erzeugte Code entspricht keinen heutigen Standards mehr.

4 Kommentare

  1. …und ich erstelle meine Webseiten nach wie vor mit diesem Steinzeit-Programm !

    Es funktioniert reibungslos – kein Firlefanz, keine unnötigen Gadgets, kein „nur das Beste ist gut genug für mich !“
    Meine Kunden lieben meine einfachen Seiten – wohl gerade deshalb, weil es weder blinkt, knallt, fadet oder was auch immer. Durch und durch konservativ – dafür einfach und vor allem übersichtlich.

    1. Sehr gut! Ich habe damit früher auch gerne gearbeitet. Irgendwie hatte das was eine komplette Seite aus dem nichts heraus zu erstellen. Ohne zig Frameworks wie heute, CSS, JavaScript und dem ganzen Kram. Ladezeiten waren auch schneller und man wusste genau, was man machen musste, wenn es irgendwo klemmt. 🙂

  2. Ja, warum denn nicht auch heute?

    Ganz ehrlich, wenn man auf den nackten Kern zurück geht des http://WWW... Es hat sich heute auch nichts verändert…. Bilder, Text, Formulare und Videos. Nichts, was wirklich hinzugekommen ist wie beispielweise Virtual-Reality.

    Die heutigen Ganz-Foto-Websites sind mir dagegen zu unpersönlich; zu generisch.

    1. Hi Sebastian,
      ich stimme Dir zu. Heute muss alles sehr shiny aussehen, fertige Templates die bis zum letzten Fitzel optimiert sind. Ich mag daher auch lieber klassische Seiten, denen man die Liebe noch etwas ansieht. Ich befürchte, es ist aber eine Minderheit inzwischen. Gerade wenn man auf WordPress setzt, bleibt einem nicht viel anderes übrig als ein Template zu nutzen. Die Sachen sind inzwischen zu komplex geworden. Damals hatte ich noch jedes Zeile Code selbst geschrieben.

      Gruß
      Andy

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