Worum geht es beim Glücksspielstaatsvertrag?

Der Glücksspielstaatsvertrag, auch als Staatsvertrag zum Glücksspielwesen in Deutschland oder kurz GlüstV, ist ein Vertrag zwischen den 16 Bundesländern und gibt die einheitlichen Rahmenbedingungen beim Glücksspiel vor.

Schaut man sich die Liste der besten neuen Online Casinos an, so richten auch diese sich nach den neuen Vorgaben, die in dem „German Interstate Treaty on Gambling“ definiert sind.

Die Hauptkriterien beim neuen Glücksspielstaatsvertrag

Im Laufe der Zeit wurde das Glücksspielrecht schon mehrmals überarbeitet. Als vermehrt Kritik am dritten Glücksspieländerungsstaatsvertrag laut wurde, beschlossen und einigten sich die einzelnen Ministerpräsidenten der Bundesländer zu einer Reform.

Einige Betreiber beklagten, dass staatliche Spielbanken und gewerbliche Spielhallen nicht gleich behandelt werden. Der Deutsche Lottoverbund hingegen beschwerte sich, dass es bei den Lotterien eine Überregulierung gab und somit eine Benachteiligung im Vergleich zu anderen Glücksspielen bestand.

Ein Hauptbestandteil des neuen Vertrags ist daher die Vereinheitlichung im Vorgehen hinsichtlich der Vergabe von Glücksspielkonzessionen. Darüber hinaus stellt der Schutz der Spieler ein weiteres großes Anliegen dar, welches über den Vertrag sichergestellt werden soll.

Folgende Aspekte sollen unter anderem mit Hilfe des Staatsvertrags sichergestellt werden:

Vorbeugung und Bekämpfung der Spielsucht:

Einer der wichtigsten Aspekte ist der Spielerschutz, wobei ein besonderes Augenmerk auf den Jugendschutz gerichtet ist. Durch eine genaue Prüfung der Kundendaten soll verhindert werden, dass Jugendliche Zugang zu Glücksspielen erhalten. Die Limitierung auf einen maximalen Einsatz von 1.000 Euro pro Monat und 1 Euro je Spin soll der Spielsucht vorbeugen. Aus diesem Grund haben Spieler auch nicht mehr die Möglichkeit, sich auf verschiedenen Plattformen anzumelden.

Eine sogenannte Sperrdatei hat die Funktion, suchtgefährdete Personen zu schützen.

Lizenzvergabe:

Damit die Angebote legal zur Verfügung gestellt werden können, benötigen Online Casino Betreiber eine Lizenz. Für die Vergabe ist eine neu eingerichtete Behörde mit Sitz in Sachsen-Anhalt verantwortlich. Dabei ist die Anzahl an Glücksspiellizenzen nicht limitiert, allerdings gibt es nur eine begrenzte Anzahl von Lizenzen für das Online-Glücksspiel.

Bekämpfung des Spiele-Schwarzmarkts:

Wird durch die Glücksspiel-Behörde in Sachsen-Anhalt ein Betreiber in Deutschland bekannt, der keine gültige Lizenz besitzt, erfolgt ein Ausschluss vom Markt. Dadurch sollen Spieler geschützt werden, indem keine Möglichkeit besteht, nicht lizenzierte Angebote anzunehmen. Auch die Manipulationsverhinderungen und eine Integritätswahrung bei Sportwetten ist Ziel des Glücksspielvertrags.

Was müssen Anbieter in Zukunft berücksichtigen?

Damit ein Anbieter eine Konzession für Glücksspiele erhält, muss er einige Voraussetzungen erfüllen. Wie bereits auch bisher schon dürfen keine minderjährigen und gesperrten Spieler Zugang zu dem Spielangebot erhalten. Diese müssen über die staatliche Sperrdatei abgeglichen werden.

Darüber hinaus gibt es einige weitere Punkte, die es für Anbieter zu berücksichtigen gilt:

  • Die Vergabe von Darlehen an Spieler ist untersagt
  • Darlehen dürfen nicht beworben werden
  • Online Casinos müssen über ein IT Sicherheitskonzept verfügen
  • Jeder Spieler benötigt ein Spielerkonto, auf das maximal 1.000 € je Monat einbezahlt werden dürfen
  • Es müssen Informationen und Hinweise hinsichtlich Spielsucht und den Gefahren von Spielsucht auf den Plattformen vorhanden sein

Für Sportwetten, virtuelle Slot-Automaten und Pokerspiele gibt es weitergehende Anforderungen. So werden die Konzessionen für das Glücksspiel nur zeitlich befristet vergeben. Bei der erstmaligen Beantragung wird die Lizenz für fünf Jahre, danach für sieben ausgestellt.

Nutzen oder Nachteil? Was bringt der Glücksspielstaatsvertrag?

All diese Maßnahmen dienen dazu, das Glücksspiel in die Legalität zu führen. Allerdings ist auch häufig von einer Überregulierung die Rede.

Auch von Seiten der Spieler stößt der Glücksspielstaatsvertrag nicht nur auf positive Resonanzen. Für top High Roller beispielsweise wird die Grundlage entzogen, hohe Play-Einsätze zu tätigen. Viele Spieler sind zudem skeptisch bezüglich der Datenschutzrichtlinien und der gespeicherten Nutzerdaten. Sie sehen sich in vielen Aspekten bevormundet, was das Spielen im Online Casino betrifft.

Wie lange der aktuelle Vertrag gültig sein wird und ob es zeitnah eine weitere Überarbeitung geben wird, muss abgewartet werden. Letztendlich positiv sollte der Aspekt gewertet werden, dass es bundeseinheitliche Richtlinien gibt und der Schutz der Spieler im Vordergrund steht.

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