Schützt Bitcoin vor der Inflation?

In Zeiten, wo das Inflations-Gespenst umhergeht, stellt sich die Frage, wie man sein Vermögen vor der schleichenden Entwertung schützen kann. Wer bisher etwas Geld beiseite packen konnte, wurde bereits durch niedrige bis gar keine Zinsen gepeinigt. Hinzu kommt die Inflation, bei welcher man derzeit davon ausgeht, dass diese auf 4-5% steigen könnte. Dies bedeutet, dass das hart erarbeitete und gesparte Geld an Kaufkraft verliert. Für denselben Geldbetrag wird der persönliche Warenkorb immer kleiner. Der Geldbetrag ist vielleicht derselbe, aber man bekommt dafür deutlich weniger und somit ist das Ersparte immer weniger wert.

Kein Wunder, dass man sich in diesen Zeiten nach Anlagemöglichkeiten umschaut, die das Ersparte oder ganze Vermögen vor dieser Entwertung schützen bzw. ein wenig abpuffern. Neben den üblichen Verdächtigen, wie Aktien und Immobilien, landet man dann ganz schnell bei der Fragestellung, ob hier nicht Kryptowährungen, wie der Bitcoin, ein passendes Anlageinstrument sind, um für der Inflation zu schützen.

Was ist der Bitcoin?

Dazu braucht man erstmal ein Grundverständnis, was der Bitcoin im Vergleich zu anderen Anlagegegenständen ist. Der Bitcoin ist nämlich rein elektronisch erzeugt über das sogenannte Blockchain-Verfahren bzw. Algorithmen. Somit besteht das ganze Konstrukt nur aus Nullen und Einsen und es stellt sich die Frage, woher der Bitcoin seinen Wert erhält? Dies ist ähnlich wie beim Geld. Es besteht ein gegenseitiger Vertrauenskonsens darüber, welchen Wertgegenstand, Arbeitsleistung, etc. für einen Bitcoin man bereit ist im gegenseitigen Austausch entgegenzubringen und umgekehrt zu erhalten. Die Algorithmen von Bitcoin sind aber so angelegt, dass es immer schwerer wird neue Bitcoins zu erzeugen. Somit scheint Bitcoin weniger eine Währung, sondern eher mit Gold vergleichbar zu sein, welches eine knappe Ressource ist und immer aufwendiger zu schürfen ist. Man muss Zeit, Geld, Arbeitskraft investieren, um neues Gold zu schürfen. Ähnlich beim Bitcoin, wo in schnelle Grafikkarten und hauptsächlich Unmengen an klimaschädlicher Energie investiert wird für das Bitcoin-Mining.

Schutz vor Preissteigerung kaum gesichert

Bekanntermaßen wird Gold gern zum Inflationsschutz eingesetzt. Da liegt also der Gedanke nahe, dass auch Bitcoins vor der Inflation schützen könnten. Und die steigenden Kurse, 1 Bitcoin wurde teilweise schon für US$ 60.000 gehandelt, lassen glauben, dass man dies weiter in die Zukunft projizieren kann und somit die Preissteigerung ausgleicht und vielleicht noch einen ordentlichen Gewinn einfährt.

Viele Bitcoin-Anhänger folgen dieser Argumentation und treiben damit den Kurs weiter in ungeahnte Höhen. Gegenüber Gold, welches physisch real existent ist, ist Bitcoin rein virtuell verteilt auf vielen Datenbanken.

Die starken Kursschwanken der Vergangenheit zeigen, dass es sich doch nicht um eine wertstabile Ressource handelt, sondern mehr um ein Spekulations-Instrument handelt. Wer hier ist eher wie ein Aktien-Spekulant unterwegs der ständig die Nachrichten á la news spy checken muss, um Gewinne einzufahren oder große Verluste zu vermeiden.

Wie andere Anlageinstrumente, Aktien und Immobilen, ist der Bitcoin stark gestiegen aufgrund der Geldflutung der Märkte in der Corona-Politik sowie der langanhaltenden Niedrig-Zins-Phase. Da das viele Geld schlussendlich „sinnvoll“ investiert werden will, treibt es die Kurse solcher Assets in die Höhe.

Weiterhin zu Bedenken ist, dass das dezentrale Konzept mit wenig Regulierungsmöglichkeiten durch Staaten und Finanzaufsichten, den meisten Staaten ein Dorn im Auge ist. Hier werden die Staaten in Zukunft nachlegen und dem Bitcoin geht ein attraktiver Vorteil verloren.

Es stellt sich auch die Frage, wie sicher das Bitcoin-Konzept ist. Wird es irgendwann einen Quanten-Computer geben, der Bitcoins inflationär minen kann oder sollte es, so unwahrscheinlich es scheinen mag, eine Sicherheitslücke im Bitcoin-Konzept herausstellen? Dies würde zu einem fatalen Kurseinbruch führen.

Fazit

Deswegen taugt meiner Meinung nach der Bitcoin nicht als dauerhafter Schutz vor der Inflation. Aufgrund des spekulativen Charakters können die Kursschwankungen sehr groß sein und prozentual die Prozentsätze der Inflation weit überschreiten. Wer Bitcoin als langfristiges spekulatives Anlageinstrument sieht und danach handelt, ist sicherlich gut aufgehoben. Privatpersonen, die ihr Erspartes vor der Inflation schützen wollen, sollten nicht alles auf den Bitcoin setzen.

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